Die Farben

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Das kühle, smaragdfarbene Chromoxydhydratgrün schmückte einst die emaillierten Tafeln aller BP Tankstellen. Le Corbusier gefiel diese Farbe so gut, dass er ihr einen Platz in seiner zahlenmäßig spartanischen späten Farbenskala gab. Als Ölfarbe kam diese Nuance als Kontrastwert zu Eichenholz an Küchenschrankfronten in der Unité d’Habitation in Marseille zum Einsatz.


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Ein fast opaker Sandfarbton, die kräftigste Ockerfarbe der Le Corbusier-Palette. Die warme, sandige Qualität des Naturockers beruht auf seiner Entstehungsgeschichte aus Porzellanerde, die über Jahrtausende mit Eisenpigmenten zu sandigen Ablagerungen angereichert wurde.


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Eine morgenländische Sage führt die Farbe auf das Blut einer Königin zurück, das auf einen Diamant tropfte und damit den Rubin schuf. Mit dem Farbton des Rubins und der Haptik des Samts ist dies ein Farbton, der festlich und luxuriös ist.


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Hier liegt uns eine matte und opake Farbe vor, eine, die deckt und verbirgt. „Ich suchte nach einer Farbe (Braunkreuz), die sich nicht im Geringsten als Farbe erfahren ließ, sondern eine Substanz war: sagen wir eine Art plastischer Ausdruck, der eine Farbe war und doch keine.“ Dieses Zitat von Josef Beuys trifft die asketische Qualität und den Einsatz dieser tiefen, dunklen Umbra genau.


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Als all unsere Versuche scheiterten, Pariserblau in dieses tiefe, sinnliche Blau zu überführen, setzten wir eine Rezeptur aus einer alten Malerfibel um: 5 Teile Ultramarin rötlich, 5 Teile Ultramarin grünlich, 1 Teil Elfenbeinschwarz. Aus heutiger Sicht wäre das eine zu teure, korrekturanfällige Rezeptur, doch ist es aus ästhetischer Sicht eine Sensation.


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Dies ist die dunkelste Nuance der kühlen Le Corbusier-Graureihe aus dem Jahre 1958, eine von wenigen Nuancen, die ihre schönste Wirkung als satinierte Lackierung entfaltet. War das puristische Dunkelgrau LC 32.010 Gris fer samtig in seiner Textur, so ist diese graue Farbe ausgesprochen metallisch.


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Hahnenkammrot, eine Spur leuchtender und weniger erdig als LC 43.1 Rouge vif. „In der Landschaft ist rot selten. Es gewinnt seine Stärke durch Abwesenheit. Einen Augenblick nur, bei einem ekstatischen Sonnenuntergang, sinkt die prachtvolle Sonnenkugel unter den Horizont.“

Texte mit freundlicher Genehmigung von Katrin Trautwein – kt.COLOR

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